Alevitische Kulturzentren in Deutschland

Was ist ein Cem-Haus und wie kam es zu diesem Wort?

In hunderten Kulturzentren sind die Aleviten in Deutschland organisiert, die meisten Zentren mit eigenen Cem-Häusern. Fast sämtliche dieser Kulturzentren haben sich mittlerweile beim Dachverband der Aleviten, der AABF e.V., der Alevitischen Gemeinde Deutschlands, organisiert und setzen europaweit ein Zeichen für interkulturelles Verständnis. Die Versammlungen rund um das religiöse Leben, sowie verschiedenste Versammlungen zu Geburt, Hochzeit und Tod, aber auch jegliche anderen Veranstaltungen finden bei Aleviten in sogenannten Cem-Häusern statt. Die Versammlungen werden dann im Allgemeinen als Cem bezeichnet.

Das Wort Cem stammt vom Persischen dscham ab, was soviel wie Versammlung heißt. Es stammt aus der iranischen Mythologie, welche die persische Mystik, den Sufiismus, stark beeinflusst hat. Als zusammenhängender Begriff Dscham-e Dscham, was übersetzt den Kelch des Dschamischid heißt, haben die beiden Wörter eine sehr bedeutsame Symbolik in der persischen Mystik und beziehen sich überwiegend auf das altiranische Neujahrsfest, den Newrouz, einer der bedeutendsten Feiertage der Aleviten.
Der Dscham-e Dscham, welcher symbolisch die höchste Form der göttlichen Erkenntnis beschreibt, ist in der mystischen Poesie sehr beliebt. Derjenige, der aus dem Kelch trinkt, erlebt die gesamte Schönheit der göttlichen Schöpfung und verliert sich selbst im Göttlichen. Die ursprünglich rein symbolische Bedeutung des Dscham-e Dscham wurde im Laufe der Zeit praktisch in die religiösen Rituale der Aleviten übernommen. So wird während eines Cem der Cem-Kelch herumgereicht und somit das Cem ayini, das Ritual des Dscham, „nachgespielt“. Ihren Weg in die religiösen Praktiken der Aleviten fanden diese Begriffe über Mystiker und Dichter, allen voran durch den Mystiker Hacı Bektaşi Veli, weswegen die Aleviten auch als Bektaşi-Aleviten bekannt sind.

Verlinkung einiger Webseiten alevitischer Kulturzentren der AABF in Deutschland: